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Central Krankenversicherung vertreibt keine Billigtarife mehr

Die sehr günstigen Einsteigertarife der privaten Krankenversicherer (PKV) sind seit längerem in die Kritik geraten. In vielen Fällen handelt es sich um Lockangebote, die noch unter dem Beitragsniveau der gesetzlichen Krankenkassen liegen. Doch im Gegenzug wird an den Leistungen gespart.

Bereits im Juni hatte sich die zur ERGO-Versicherungsgruppe gehörende Deutsche Krankenversicherung (DKV) aus dem Geschäft mit den den Billigtarifen zurückgezogen. Nun folgt die Central diesem Beispiel. In einem Gespräch mit der “Frankfurter Allgemeine Zeitung” sagte der Central-Vorstandschef Heinz Teuscher: “Wir hatten das Ziel, die Kunden über die Einsteigertarife mit der Zeit in höherwertige Tarife zu bekommen. Aber das ist überhaupt nicht eingetreten.” Nach seiner Aussage ist kaum ein Kunde von einem sehr billigen in einen besser ausgestatteten Tarif gewechselt.

Zu viele Nichtzahler im Billigsegment

Was die Lage der privaten Krankenversicherung noch schwieriger macht ist die Tatsache, dass gerade bei diesen Versicherungskunden der Anteil der Nichtzahler besonders hoch ist. Auch hier liegt ein Grund für die steigenden Prämien für die anderen Kunden der privaten Krankenversicherung. Den Nichtzahlern darf nach der gesetzlichen Krankenversicherungspflicht nicht gekündigt werden. Die DKV hatte ihren Rückzug von den Billigtarifen auch damit begründet, dass man als private Krankenversicherung nicht mit geringeren Leistungen als die gesetzliche Krankenversicherung nicht punkten dürfe.

Unzufriedene Kunden schaden dem Image

Doch der weitaus wichtigste Grund wird die Entwicklung der Kosten bei der Central sein. Auch ändert sich mit dem Ausstieg aus dem Billigtarif die Strategie der privaten Krankenversicherung. Die Kunden könnten sich getäuscht fühlen. Die Einsteigertarife schließen oft Psychotherapien, Leistungen für die Rehabilitation oder künstliche Befruchtung aus. Natürlich wird ein potentieller Kunden bei Vertragsabschluss darüber aufgeklärt, dass es Lücken im Versicherungsschutz gibt. “Aber es gerät in Vergessenheit und er denkt dann, er ist vollumfänglich privat versichert”, gibt Heinz Teuscher zu bedenken.

Hanse Merkur setzt weiter auf Einsteigertarife

Die negative Beurteilung der Billigtarife ist aber trotz massiver Kritik und Warnungen vor den möglichen Folgen in der Branche nicht einheitlich. So ist die Hanse Merkur von ihren Einsteigertarifen vollkommen überzeugt. Vor allem seien es Selbständige und Existenzgründer, die auf eine günstige Krankenversicherung angewiesen seien. Beitragssteigerungen bei den billigen Tarifen habe es nach den Angaben der Hanse Merkur seit dem Jahr 2003 nur um knapp drei Prozent jährlich gegeben. Das liege nicht über dem Durchschnitt, sagte ein Sprecher. Das negative Image der Billigtarife ist dem Neid der Konkurrenz geschuldet. “Wir wachsen seit neun Jahren stärker als der Markt, und das passt einigen nicht”, so der Sprecher der Hanse Merkur.

Central zieht Konsequenzen

Die Central aber will sich nur noch in höherwertigen Tarifen bewegen. Zudem will man die Schufa-Einträge von Antragstellern überprüfen. So soll die Zahl der Kunden verringert werden, die ihre Prämien nicht zahlen können. Diese Maßnahme soll helfen, die Beitragssteigerungen so gering wie möglich zu halten.

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